Ausbildung der Deutschen Schäferhunde

Deutsche Schäferhunde wurden zum Hüten und Schützen der Schafe gezüchtet. Aufgrund ihrer Ausdauer, Intelligenz und des Arbeitseifers wurde die Rasse schnell beim Militär beliebt und massenhaft im Ersten und Zweiten Weltkrieg an der Front eingesetzt. Eine negative Assoziation mit allem, was “deutsch” war, und der Verbindung der Rasse zu den beiden Weltkriegen führte dazu, dass der Deutsche Schäferhund allerdings im Ausland bis in die Siebzigerjahre hinein “Alsatian” (nach der Region Elsass) genannt wurde und in England immer noch so bezeichnet wird.

Aussehen
Dieser schön aussehender Hund kann einfarbig schwarz oder grau, oder mit gelben oder braunen Abzeichen sein. Die Nase ist meistens schwarz.

Der Deutsche Schäferhund ist etwas länger als hoch, kraftvoll und gut bemuskelt, mit trockenem Knochenbau. Der keilförmige Kopf mit spitzen Stehohren, sanft gewölbter Stirn, dunklen mandelförmigen Augen, geradem Nasenrücken und schwarzer Nase steht im ausgewogenen Verhältnis zur Körpergröße. Hinter straffen, dunklen, trockenen Lippen verbirgt sich ein Scherengebiss. Die Hunde haben muskulöse Vorderbeine und Schultern, mit stabilen und dicken Oberschenkeln. Die Pfoten sind rundlich und kurz, die Krallen kurz und kräftig. Der Schwanz ist gut befedert und hängt bis zu Sprunggelenken hinunter.

Temperament



Schäferhunde sind neugierig, lernwillig und ausdauernd. Ihr ruhiges Wesen wirkt ausgleichend. Selbstbewusst zeigen sie ein ausgeprägtes Schutzverhalten. Darüber hinaus sind sie physisch und psychisch hoch belastbar. Sie sind anpassungsfähig und können sowohl in einem Haus als auch in einem Zwinger gehalten werden. Ihre Intelligenz und Lernbereitschaft machen das Training ziemlich leicht. Allerdings braucht ein Deutscher Schäferhund einen willensstarken Besitzer. Die Ausbildung sollte natürliche Instinkte ausnutzen, dabei soll man den Hund nicht als Menschen behandeln, was ein Fehler von vielen Hundehaltern ist.

Training

Deutsche Schäferhunde können sich ziemlich stur zeigen, wenn es ihnen passt, und versuchen, ihr Herrchen zu dominieren. Der Hundebesitzer hat sich von Anfang an als „Rudelführer“ zu behaupten. Die Erziehung und das Training sollen konsequent durchgeführt werden. Dem Hund werden seine Grenzen gesetzt, die er sehr gut kennen soll.
Man baut früh eine Beziehung zu dem Welpen auf, um seine Persönlichkeit zu formen. Während des Trainings soll sich der Hundehalter ruhig und wohlwollend verhalten, den Hund nie anschreien. Grobe Behandlung kann den Vierbeiner entweder scheu oder aggressiv oder hartnäckig machen. Es ist wichtig, dass der Hund einen Befehl mit einer bestimmten Aktion verknüpfen lernt. Man soll ihn nicht mit dem Erlernen von zu vielen Kommandos auf einmal überlasten, denn es wirkt verwirrend auf den Vierbeiner. Sobald der Hund ein Kommando einwandfrei ausführt, kann man zum nächsten übergehen. Alle Befehle sollen einsilbig sein. Natürlich kommt ein Training nicht ohne viel Lob und Leckerlis aus.

Erziehung eines Schäferhund-Welpen

Die Ausbildung sollte in der 7. bis 8. Lebenswoche beginnen. Das Gehirn von Welpen nimmt Befehle schnell auf, jedoch könnte es Monate dauern, bis der Viebeiner ein Kommando reibungslos ausführt; z. B. weiß er nicht, dass er aus dem „Platz!“ auch in die Sitzposition kommt. Alle reizenden Faktoren, die den Welpen ablenken könnten, sind auf ein Minimum zu reduzieren. Das Welpenalter ist auch die beste Zeit, dem Kleinen Spiele beizubringen, denn diese Hunde spielen ihr ganzes Leben lang gern.

Übungen helfen dem Junghund geistig und körperlich aktiv zu bleiben. Spiele und natürliche Triebe des Tieres für das Training zu verwenden ist der beste Weg zu einem erzogenen und gut ausgebildeten Hund.

Training eines älteren Hundes

Wenn Sie einen erwachsenen Schäferhund angenommen haben, glauben Sie nicht an das Sprichwort: „Einem alten Hund kannst du keine neuen Tricks beibringen“. Es ist nicht das Alter des Hundes, sondern die Kunst des Lehrens, die lernen hilft. Zunächst gilt es, sein Vertrauen zu gewinnen, eigentlich wie in jeder Mensch-Hund-Beziehung. Sein beim alten Besitzer willkommenes Verhalten kann bei Ihnen nicht erwünscht sein, so wird es natürlich eine Zeit dauern, bis dem Hund vermittelt werden könnte, dass es hier nicht erwünscht sei. Gleichzeitig soll man ihm ein Alternativverhalten beibringen.

Denken Sie immer daran, dass es ein Hundetraining und kein militärischer Drill ist! Eine Trainingseinheit am Tag soll nur etwa 5-10 Minuten dauern. Hunde und besonders Welpen haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne genau wie unsere Kinder. Zuerst soll der Hund in den Lernprozess einstimmen. Hierfür benötigen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Hundes, welche Sie durch Spielzeug oder Leckerchen motivieren, stellen einen Blickkontakt mit ihm her. Jetzt kann das Training beginnen.
Den Welpen rufen, ein Leckerchen in die Hand nehmen, den Arm hochheben und „Sitz“ ausrufen. Der Welpe setzt sich hin. Versucht er sich auf die Hinterbeine zu stellen oder sich an Ihren Beinen hochzustellen, wird dieses Verhalten mit einem „Nein!“ unterbunden. Sobald sich der Welpe hingesetzt hat, wird er belohnt. Aber nur während er sitzt und nicht, wenn er bereits wieder aufgestanden ist. Lassen Sie jedes Mal den Welpen immer länger warten, bis er das Leckerlis bekommt.
Nach dem erfolgreichen Erlernen von „Sitz“ ist nun „Platz“ an der Reihe.
Die Leine wird vor dem Hund so am Boden gehalten, dass sie straff ist. Nun wird das Leckerli an der Nase des Hundes vorbei etwas von ihm entfernt auf den Boden gehalten und dabei das Kommando „Platz“ gegeben. Der Hund wird sich hinlegen, um an das Leckerli zu gelangen, das er in dem Moment bekommt, wenn er mit dem Vorderkörper und Hinterteil am Boden ist. Gleichzeitig muss natürlich ausgiebig gelobt werden.

Pfötchen

Das Kommando „Pfötchen“ üben Sie am besten dann ein, wenn Ihr Hund vor Ihnen sitzt und beide Vorderpfoten auf dem Boden hat. Dann halten Sie ihm das Leckerchen hin, in der Hoffnung, dass er eine Pfote hebt. In diesem Moment sprechen Sie das verbale Signal „Pfötchen“ aus. Wiederholen Sie diese Übung, bis der Hund die beiden Dinge miteinander verbindet. Nach und nach können Sie die Leckerlis dann weglassen.

Beißen abgewöhnen

Jedes Mal, wenn der Welpe beißt, sagen Sie mit kräftiger Stimme: „NEIN!“. Dann einfach weggehen und das Tier ignorieren. Für Rudeltiere ist es eine effektive Art der Bestrafung. Wenn der Welpe zahnt, geben Sie ihm Kauspielzeug.

„Beiss“ beibringen

Falls Sie dieses Kommando dem Hund wirklich beibringen wollen, sollten Sie das Einüben besser professionellen Hundetrainern überlassen.

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