Australian Cattle Dog (Blue Heeler)

Der Australian Cattle Dog nimmt den 10. Platz in der Gehorsamsintelligenz laut dem Buch „Die Intelligenz der Hunde“ von Prof. Stanley Coren. Er ist auch als Australischer Treibhund, (Australischer) Heeler, Blue Heeler, Hall’s Heeler, Queensland Heeler bekannt. Ein Hütehund aus Australien wurde zum Hüten der Viehherden gezüchtet. Er liebt es, viel zu laufen und immer etwas zu tun.

Geschichte
Anfang der 1830er Jahre begann der junge Großgrundbesitzer und Rinderzüchter Thomas Simpson Hall auf seinem Anwesen Dartbrook bei Muswellbrook, New South Wales mit der planmäßigen Zucht eines hornlosen Rindes und eines geeigneten Treibhundes. Zahlreiche Viehstationen waren auf einem riesengroßen Territorium verteilt, Tausende von Rindern sollten viele Meilen jeden Tag getrieben werden. Die australischen Hunde waren nicht in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen. Die Hunde von Kolonialherren erwiesen sich auch nicht sehr nützlich. Sie konnten nur Schafherden und nur auf kurzen Distanzen treiben. Halle versuchte, dieses Problem zu beseitigen, indem er mehrere Hütehunde aus seiner heimatlichen Grafschaft Northumberland importierte. Jedoch auch mit ihnen blieb der Erfolg aus und Thomas Simpson Hall kreuzte dann die importierten Hunde mit der australischen Wildhund-Rasse Dingo. Die neue Rasse diente dem Halle bis zu seinem Tod im Jahre 1870. Halle hatte andere Menschen diese Hunde (auch als Hallen Heelers bekannt) nicht verwenden lassen, weil sie ihm einen klaren Vorteil in seinem Geschäft gaben.

Nach Halles Tod versteigerte seine Familie Viehstationen und Eigentum einschließlich der Heelers. Sie konnten nun von anderen Personen genutzt werden. Diese Hunde wurden mit Bullterriern gekreuzt (um sie zäher zu machen), Dalmatinern (so dass sie treu und anhänglich gegenüber ihren Besitzern sind) und Kelpies (um Ausdauer und Hüte-Fähigkeit zu erhöhen). Auf die Verwendung von Terrier bei der Züchtung verzichtete man wegen der Aggressivität gegenüber den Rindern. Anstatt das Vieh beim Treiben in die Fersen nur zu kneifen, bissen sie sich in die Beine der Tiere wie in eine Beute ein. Die Kelpie-Rasse eignete sich optimal für heißes, raues Klima von Australien und wurde daher damals intensiv propagiert. Moderne Australian Cattle Dogs sind eine variable Mischung aus Collies, Dingos, Dalmatinern, Kelpies und in einigem Maße Bullterriern.

Aussehen


Der Heeler ist ein kompakter, robuster und sehr wendiger Hund. Der Körper ist eher lang als hoch. Das Verhältnis der Widerristhöhe zur Rumpflänge (vom Brustbein zum Schawanzansatz) beträgt etwa 9:10. Ein gewölber Schädel hat runde frontal platzierte Augen. Die Ohren auf dem Schädel sind weit auseinander angesetzt und nach außen geneigt, reagieren auf jedes Geräusch und sind hoch aufgerichtet, wenn der Hund lauscht. Der Schwanz ist weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt und leicht gebogen.

Rüden sind 45 bis 50 cm, Hündinnen 43 bis 48 cm am Widerrist hoch. Das Gewicht liegt zwischen 15 und 22 kg. Das Haar des Australian Cattle Dogs ist glatt und bildet ein doppeltes Haarkleid mit kurzer, dichter Unterwolle.

Farbe: Bei blauer Farbgebung  ist die Farbe blau, blau getüpfelt oder blau gesprenkelt, mit oder ohne andere Abzeichen. Bei der rot gesprenkelten Farbgebung besteht die Farbe aus gleichmäßiger und überall gut verteilter roter Tüpfelung, einschließlich der Unterwolle, (weder weiß noch cremefarben), mit oder ohne dunklere rote Abzeichen am Kopf. Welpen sind bei der Geburt weiß.

Wesen
Diese Rasse ist nicht rudelorientiert. Der Heeler ist ein unabhängiger, intelligenter und fleißiger Hund. Er hat einen scharfen sowie wachen Geist und sprudelt vor Energie, aus diesem Grund braucht er eine psychische und physische Anregung, sonst wird er zum Tyrannen. In der Gehorsams-Ausbildung schneidet der Hund gut ab.

Wesenszüge: Diese Rasse ist sehr treu, gehorsam, mutig und liebevoll. Gegenüber Fremden ist sie eher misstrauisch, was sie zu einem sehr guten Wachhund macht. Im jungen Alter richtig sozialisiert kann der Hund freundlich mit Kindern wie auch fremden Menschen umgehen. Wegen des Hüteinstinkts kann er in die Beine von Menschen und vor allem von kleinen Kindern zwicken, wenn sie viel herum laufen. Diese Tendenz sollte man dem Hund bei der Ausbildung abgewöhnen. Der Besitzer muss sich als Alpha-Männchen der Familie zeigen, sonst wird der Hund über ihn Oberhand gewinnen. Entscheiden Sie sich für diese Rasse nur, wenn Sie den Hund die meiste Zeit beschäftigen können.

Ausbildung


Dies ist eine sehr intelligente Rasse, die sehr schnell lernt. Doch während der Ausbildung soll man nicht ungeschickt oder zu hart vorgehen.
> Die Ausbildung muss in einer sanften und freundlichen Art und Weise, aber mit Festigkeit und Durchsetzungsvermögen durchgeführt werden. Dieser Hund reagiert sehr gut auf Lob.
> Stellen Sie sicher, dass die Ausbildung Schritt für Schritt verläuft und das Lernen eines neuen Befehls nur dann beginnt, wenn sich der Hund den vorherigen vollständig eingeprägt hat.
> Um zu prüfen, wie gut der Hund die Befehle gelernt hat, kann man folgenderweise vorgehen: der Trainer fängt die Trainingseinheit an. Sobald sich der Hund in den Unterricht vollständig eingeschaltet hat, werden andere Familienmitglieder in den Prozess einbezogen und geben dem Hund die gelernten Kommandos.

Bewegungsbedürfnis und Größe des Hauses
Diese Rasse erfordert viel Bewegung. Ein kurzer Spaziergang und etwas Spielzeit im Park werden bei weitem nicht ausreichen. Der Hund braucht längere, flotte Spaziergänge. Ihn auf Jogging-Touren mitzunehmen ist noch viel besser. Er ist nicht für die Haltung in einer Wohnung geeignet und braucht vielmehr einen großen Hof, um herumlaufen zu können.

Pflege
Das Fell schützt den Hund vor kaltem und warmem Wetter. Es ist leicht zu pflegen und erfordert gelegentlich Bürsten mit einem harten Borstenpinsel. Der Hund soll nur bei Bedarf gebadet werden. Das Abhaaren erfolgt zweimal im Jahr.

Gesundheit
Der blaue Heeler ist für gesundheitliche Probleme wie Hüftdysplasie, Unfruchtbarkeit, Pyometra (eitrige Entzündung der Gebärmutter), Ellbogendysplasie, Arthritis, Blindheit und progressive Retina-Atrophie anfällig . Hunde, die das Fell mit Merle-Zeichnung haben, sind Träger vom Piebald-Gen, das dem Fell eine weiße Färbung gibt und zur erblichen Taubheit bei Hunden führen kann.

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