Darmverschluss bei Hunden

Wenn Sie der Besitzer eines Hundes sind, der den Ruf eines Staubsaugers hat und auf allem zu kauen und zu beißen versucht, was ihm nur unter die Augen kommt, dann haben Sie früher oder später sicherlich etwas zu befürchten. Hunde ohne kulinarische Ansprüche können Münzen, Knöpfe, Stifte, Spielzeug, Socken, Steine, Marmor probieren, und diese beeindruckende Liste kann weiter und weiter fortgesetzt werden, was letztendlich in einem Darmverschluss enden kann. Wenn Ihr Hund etwas verschlingt, was irgendwo im Magen-Darm-Trakt stecken bleibt, bildet sich ein Darmverschluss, der in aller Regel in wenigen Stunden zu schwersten Komplikationen und unbehandelt zum Tod des Hundes führt. Die gesamte Verdauung wird durch den Darmverschluss blockiert, der Nahrungsbrei staut sich auf und wird dabei von Bakterien zersetzt. Gase und Giftstoffe entstehen. Es drohen schwerste Schäden an der Darmwand, ein Absterben des betroffenen Darmabschnitts und danach ein Aufreißen des Darms und das Eindringen des bakteriendurchsetzten Verdauungsbreis in den Bauchraum. Ein Darmverschluss ist immer und ohne Ausnahme ein absolut dringender, tiermedizinischer Notfall.

Obwohl eine Magen-Darm-Verstopfung üblicherweise durchs Verschlucken eines Fremdkörpers verursacht wird, könnte dies nicht die einzige Ursache des Problems sein. Manchmal kann die Blockade das Ergebnis eines funktionellen Darmverschlusses sein, welcher durch Entzündungen, Gifte, Durchblutungsstörungen, nervliche Störungen u. ä., dann durch Hernie, Tumoren und Verwachsungen wegen einer abdominalen Operation herbeigeführt wird und die Funktionen des Darmes außer Kraft setzt.

Symptome

Erbrechen: Eines der üblichen Anzeichen von Darmverschluss bei Hunden ist häufiges Erbrechen. Wenn der Magen blockiert ist, staut sich der Nahrungsbrei im Darmtrakt auf und innerhalb weniger Stunden nach der Nahrungsaufnahme kommt es zum Erbrechen. Wenn die Darm-Blockade in der Speiseröhre auftritt, wird der Hund versuchen, das behindernde Objekt auszuspeien.

Muskelzuckungen: Ein Darmverschluss ist schmerzhaft und quälend. Es können sich Symptome von Bauchschmerzen und Krämpfen zeigen, Hunde können wegen der quälenden Schmerzen schnell keuchen, jammern ständig und zeigen in der Regel Anzeichen von Lethargie zusammen mit einer gekrümmten Haltung.

Durchfall: Übel riechende Fäkalien zusammen mit einer Verstopfung bei Hunden können eine teilweise oder vollständige Verstopfung des Darms signalisieren.

Magendistension: Wenn der Darmverschluss hoch im Dünndarm im Bereich nach dem Magenausgang liegt, kann der Nahrungsbrei nicht mehr aus dem Magen in den Darm weiter geleitet werden. Der Hund wird sich dann zunächst erbrechen müssen, bevor ein Kotstau erkennbar wird. Weiterhin führt es zur Gasansammlung und zu Blähungen. Wenn unbehandelt bricht die Blutversorgung ab und das Gewebe des Magens stirbt ab. Dies führt zum Erbrechen, Fieber, Schock und schließlich zum Tod.

Schwierigkeiten beim Stuhlgang: Ein weiteres häufiges Symptom besteht in Schwierigkeiten, Stuhlgang zu verrichten. Der Hund schickt sich an, sein Geschäft zu machen, erzeugt aber wenig oder gar nichts.

Allgemeine Beschwerden: Der Darmverschluss zwingt den Hund oft, eine gebeugte, unbequeme Haltung einzunehmen, je nach dem Schmerzgrad. Ein normal aktiver Hund kann unnatürlich ruhig oder extrem reizbar werden. Dies wird nicht selten auch durch einen Verlust des Appetits begleitet.

Diagnose und Behandlung

Ein Darmverschluss ist ein Wettlauf mit dem Tod. Bei dem leisesten Verdacht soll ein Tierarzt unverzüglich aufgesucht werden. Er wird das Tier auf einen verhärteten Bauch abtasten. Ein Röntgen hilft, den Fremdkörper zu entdecken. Bloß sind verschluckte Fremdkörper aus Gummi, Plastik oder Stoff im Röntgenbild nicht oder nur schwer zu erkennen. Barium in Verbindung mit Radiographie wird in diesem Fall empfohlen. Wenn der Fremdkörper vor nicht mehr als zwei Stunden verschluckt wurde, kann der Tierarzt versuchen, das Erbrechen bei dem Hund auszulösen. Wenn dies jedoch nicht eine realisierbare Lösung ist, dann muss das geschluckte Objekt durch Endoskopie oder Operation entfernt werden.

Der Darmverschluss ist ein schweres Gesundheitsproblem, das auch zum Tod des Tieres führen kann. Wenn Sie einen Welpen oder einen Hund in dem Alter unter zwei Jahre haben, dann ist es am besten, ein wachsames Auge auf ihn zu halten, während er spielt, oder ihm einen „sicheren“ Knochen oder sicheres Kau-Spielzeug bereitzustellen. Dies wird nicht nur das Risiko eines versehentlichen Verschluckens von Fremdkörpern minimieren, sondern auch Sie und Ihr Haustier vor der schmerzhaften Tortur schützen.

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