Dogsledding – mehr als nur ein Sport

Genau wie Laufen und Skifahren, begann das Hundeschlittenfahren nicht als Sport, sondern einfach als ein Transportverfahren in nordischen Gebieten. Die Ureinwohner des kalten Nordens hatten seit Tausend Jahren Hunde zu Zugtieren. Die Inuit-Stämme brachten Schlittenhunde mit, als sie über die Beringstraße nach Nordamerika kamen.

Europäische Einwanderer erkannten die Vorteile dieses Transportes im eisigen Norden. Einheimische wie Einwanderer benutzten gleichermaßen Schlitten für die Jagd, Fallenstellerei, um Fracht bis zu abgelegensten Dörfern hin zu transportieren, oder, während des Goldrausches für den Transport von Gold, wenn sie Glück hatten. Diese Transportart wurde auch für die Nachrichtenübermittlung verwendet. Bereits 1873 patrouillierte die Royal Canadian Mounted Police sogar die Grenze auf den Hundeschlitten.

Manchmal wurde diese Transportart zum Überleben im Norden notwendig. So brach im Januar 1925 die Diphtherie im kleinen nördlichen Dorf Nome, Alaska aus, die die ganze Einwohnerschaft auszulöschen drohte. Das Serum wurde mit der Eisenbahn von Anchorage nach Nenana gesendet, dann sollten noch 1090 Kilometer über einige der härtesten und gefährlichsten Trails Alaskas bis nach Nome zurückgelegt werden. In einem Staffellauf transportierten insgesamt zwanzig Musher mit mehr als einhundert Hunden das Serum in nur fünfeinhalb Tagen bis an das Beringmeer.

Das Hundeschlittenfahren ist auch als Mushing bekannt, ein Begriff, der aus dem französischen Wort „marche“ abgeleitet ist und „marsch“, „run“ oder „gehen“ bedeutet. Jedoch verwenden die Musher selten diesen Befehl an Hunde, weil es zu weich und wenig antreiberisch klingt. Zum Loslaufen wird „go“ gebrüllt, rechts halten heißt „gee“, links abbiegen – „haw!“, langsamer ist „easy“, „get up“ oder ein Schnalzlaut veranlasst zum Beschleunigen usw.

Heute stehen Motorschlitten, Flugzeuge und andere modernen Fahrzeuge zur Verfügung und das Schlittenhundefahren wird vielmehr als eine Sportart angesehen. Verschiedene Hundeschlittenrennen wurden im Laufe der Jahre durchgeführt, von Sprints bis zu Langstreckenläufen. Bei den Olympischen Winterspielen erstmals von Lake Placid 1932 und dann wieder von Oslo 1952 wurden Wettbewerbe im Hundeschlittenfahren als Demonstrationswettbewerb ausgetragen. Heute ist es das berühmteste Rennen Iditarod.

Der Iditarod Trail ist eine alte Post- und Versorgungsroute aus den Tagen des Goldrausches in Alaska. Sie misst 1.100 Meilen von Anchorage nach Nome und ist somit das längste Hundeschlittenrennen der Welt. Zum ersten Mal fand es im Jahr 1973 zufälligerweise in den Tagen statt, als die Temperatur auf -54 Grad Celsius fiel und viele glaubten, dass niemand die Strecke schaffen würde. Trotzdem erreichte der Sieger das Ziel fast in drei Wochen nach dem Start. Obwohl heutzutage die Strecke in der Regel in etwa 9 Tage zurückgelegt werden kann, bleibt das Iditarod ein anstrengender Ausdauertest und eine Erinnerung an einen wichtigen Teil der Geschichte von Alaska.

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