Einen Chihuahua-Welpen halten und erziehen

Die populärste und seit Jahren als wahrscheinlich angenommene Ursprungsgeschichte ist die, daß der Chihuahua der heilige Hund der Tolteken gewesen sein soll. In diesem voraztekischen, kriegerischen Stamm, welcher im Hochtal von Mexiko lebte, wurden Tiere gehalten, die bei religiösen Festen geopfert wurden. Im 16. Jahrhundert wurden die Hunde nach Europa gebracht. Um ca. 1850 wurden von Touristen im Staate Mexiko kleine Hunde gesehen, die von Indianern gehalten wurden. Bald wurde es Mode, den Indianern diese „mexikanischen Hunde“ abzukaufen und als Souvenir nach Nordamerika zu importieren. Jedoch heute nimmt man mehr und mehr an, dass diese Zwerghunde im Mittelmeerraum, höchstwahrscheinlich auf Malta entstanden waren und erst später auf ungeklärte Weise auf den amerikanischen Kontinent kamen, mehr und mehr an.

Haltung der neugeborenen Chihuahua-Welpen
Chihuahuas zählen als kleinste Hunde der Welt, um so empfindlicher sind neugeborene Welpen, die mit größter Sorgfalt und Aufmerksamkeit betreut werden müssen.

✤ Welpen brauchen viel Schlaf während der ersten Phase ihres Lebens, so soll man sie im Schlafen nicht stören.
✤ Der Schlafplatz des Welpen soll sauber gehalten werden. Wenn die Unterlage verunreinigt ist, wechseln Sie sie unverzüglich. Beobachten Sie dauernd das Verhalten des Welpen. Wenn er sich nicht regelmäßig löst, reiben Sie sanft den Bereich zwischen dem After und den äußeren Geschlechtsorganen, um die Blasen- oder Darmentleerung zu fördern.
✤ Im Raum soll die Temperatur etwa 24-27 °C gehalten werden, weil Chihuahua-Welpen mit der Körpertemperatur von 34 °C geboren werden. Beim Heranwachsen stellt sich in ihrem Körper normale Temperatur von 38 °C ein. Vermeiden Sie kalte Zugluft oder die Verminderung der Raumtemperatur während der ersten Phase des Wachstums.
✤ Lassen Sie das Tier nicht auf Tischen, Betten oder Sofas ohne Aufsicht. Sie können hinunterfallen und sich schwer verletzen.
✤ Ihr Welpe soll alle wichtigen Nährstoffe bekommen. Gefüttert wird aus einer Spritze 1 oder 2 ccm groß (vermeiden Sie die Verwendung einer Flasche, weil sie zu groß für die Mundhöhle von Chihuahua ist). Da viele Mutterhündinnen oft ihre Welpen nur kurz saugen lassen oder die Fütterung vollständig verweigern, soll den Kleinen Welpenersatzmilch gegeben werden, die richtige Nährstoffe enthält und gesundheitliche Probleme verhindert. Gefüttert wird gemäß den Anweisungen auf der Verpackung oder denen vom Tierarzt bis zur 8. Lebenswoche, wobei ab der 4. Woche mit B.A.R.F. und Welpen-Trockenfutter zugefüttert wird.
✤ Die Welpen sind alle drei Stunden am Tag zu füttern, also acht Mal täglich.
✤ Chihuahuas haben einen kleinen hohlen Fleck auf ihrem Schädel, eine offene Fontanelle. Ein unbeabsichtigter harter Schlag auf diese weiche Stelle des Kopfes kann möglicherweise fatal enden.
✤ Kämmen Sie regelmäßig den Welpen, um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen zu entwirren, wenn das Haar schon lange geworden ist. Kurzes Fell bürsten Sie einmal pro Woche.
✤ Elektrische Kabel und andere gefährlichen Gegenstände sollen entweder geschützt oder aus der Reichweite des Welpen gehalten werden. Versorgen Sie den Kleinen mit verschiedenem Kau-Spielzeug, das besonders wichtig während des Zahnens ist.
✤ Die Hunde haben kleine Zähne, die zur Plaque-Bildung anfällig sind, was später zu Herzproblemen und Zahnverlust führen kann. Putzen Sie zuerst die Zähne unter Verwendung der Zahnpasta mit dem Finger, dann können Sie zu einer Zahnbürste übergehen.
✤ Sozialisieren Sie den Welpen mit anderen Menschen und Welpen. Er soll rechtzeitig geimpft werden (Tollwut-Impfstoff / Staupe Kombinationsimpfstoff), bevor der Welpe Kontakte mit anderen Hunden aufnimmt.
✤ Wenn der Welpe Anzeichen von Krankheit wie Durchfall oder Appetitlosigkeit zeigt, soll man sich sofort von einem Tierarzt beraten lassen.

Erziehung 


Winzige Chihuahua-Welpen sind ziemlich hartnäckig, so dass Sie bei der Erziehung viel Geduld aufbringen müssen. Denken Sie daran, dass die Erziehung der Konsequenz bedarf, Kommandos und Übungen sollen jeden Tag wiederholt werden.

„Komm“
Das Kommando soll zuerst in der Wohnung geübt werden. Rufen Sie „Komm“ und klappern Sie zum Beispiel mit dem Fressnapf. Wenn es mit dem Lernen gut vorangeht, können Sie es auch draußen ausprobieren, aber erst mal an der Leine und beim Fortschritt dann ohne sie. Geben Sie dieses Kommando wie auch andere immer mit einer ruhigen Stimme. Ist Ihr Hund nun zu Ihnen gekommen, verdient er viel Lob und ein Leckerli.

„Platz“


Ziel des Kommandos „Platz“ ist es, dass sich der Hund auf den einmaligen Hörlaut unter den verschiedensten Bedingungen sofort hinlegt und erst wieder aufsteht, wenn es ihm erlaubt wird. Beim Liegen muss jegliches Wälzen, Kriechen, sogar Bellen und Jaulen unterbleiben. Die Leine wird vor dem Hund so am Boden gehalten, dass sie straff ist. Nun wird das Leckerli an der Nase des Hundes vorbei etwas von ihm entfernt auf den Boden gehalten und dabei das Kommando „Platz“ gegeben. Der Hund wird sich hinlegen, um an das Leckerli zu gelangen, das er in dem Moment bekommt, wenn er mit dem Vorderkörper und Hinterteil am Boden ist.

„Sitz“
Ziehen Sie das Spielzeug vor der Nase des Welpen in einem Bogen hoch. Halten Sie es über seinem Kopf hoch, so dass er nicht hinkommt. Da der Vierbeiner das Spielzeug unbedingt haben möchte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er sich hinsetzt. So hat er sein Spielzeug besser im Blickfeld. Geben Sie dabei das Kommando „Sitz“ und loben sowie streicheln Ihn, sobald er sich gesetzt hat. Sollte er jedoch versuchen zu springen, verringern Sie den Abstand zwischen sich und dem Hund. Wenn der Welpe sich in die richtige Position hinsetzt, sagen Sie das Wort „Sitz“.

„Halt“
Geben Sie Ihrem Welpen das Kommando „Sitz“, strecken Sie die Hand zum Stopp-Zeichen vor ihm aus und sagen: „Halt“. Machen Sie einen Schritt weg von dem Welpen und wenn er auf seinem Platz bleibt, loben und belohnen Sie den Vierbeiner. Jeden Tag entfernen Sie sich einen Schritt weiter.

„Nein“
Wenn Ihr Welp etwas Unerwünschtes tut, soll man ihm ein klares Abbruchsignal mit „Nein“ geben. Am einfachsten lässt sich das Nein beim Üben anderer Befehle beibringen. Der Hund lernt „Sitz“, führt ihn brav aus und wird dafür natürlich gelobt. Sobald der Hund ohne Erlaubnis aufsteht, wird deutlich ein „Nein“ ausgesprochen.

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