Haltungsverbot für gefährliche Hunderassen

Jennifer Segal ist eine Hundetrainerin, die sich mit Pitbulls zu arbeiten weigert, und die meisten Menschen sind mit ihr einig hinsichtlich ihrer Gründe für die Ablehnung. Sie sagt, dass viele Jahre der unsachgemäßen Zucht durch skrupellose Züchter machten die Rasse nicht nur aggressiv, sondern auch todesgefährlich für Menschen. „Es gibt eine Reihe von jungen Menschen, insbesondere jungen Männern, vor allem unter 28, die den Besitz dieser Hunde als eine Art kulturelles Element wie einen Armschmuck betrachten“ – sagt Segal – „Es ist nur ein Macho-Auftritt.“
Pitbulls waren vom Wesen her bestimmt gefährlich, weil sie ursprünglich seit Anfang der 1800er Jahre in England für Stierhetze und Hundekämpfe gezüchtet wurden und daher auch ihren Namen bekommen hatten. Obwohl diese Sportarten jetzt selten und verboten sind, sagt Merle Blaine von der Etobicoke Humane Society in Toronto, dass es immer noch passiert. „Die Menschen arrangieren Hundekämpfe in Parks. Bekommen wir einen Wink darüber und kommen herbei, ist alles schon vorbei. Der Hund, der den Kampf verliert, bleibt am Ort verlassen, oft in haarsträubend schlechtem Zustand.“ Solche Geschichten haben den Ruf von Pitbulls als einer Hunderasse stark angeschlagen.

Man kann viel in den Nachrichten über nicht provozierte Angriffe von Pitbulls lesen und sehen. Ein Mann in Toronto war auf dem Weg mit seinen zwei Pitbulls zu seinem Freund, als sie urplötzlich ihn angegriffen haben und von der Polizei erschossen werden mussten. Eine Woche zuvor ging eine Familie in Fredericton mit ihrem kleinen Shi Tzu; ein Rottweiler des Nachbarn stürzte sich auf den kleinen Hund und tötete ihn. Eine Woche zuvor in Ontario wurden eine Frau und ihr 7-jähriger Sohn Augenzeugen einer entsetzlichen Szene, wie ihr Mann den Welpen der Familie in den Armen von einem wütenden Pit Bull zu schützen suchte und der Pit Bull sich in seinen Arm verbiss und nicht losließ. Welpen werden Opfer der tödlichen Angriffe durch Pit Bulls jedes Jahr und der Generalstaatsanwalt von Ontario, Michael Bryant, hatte schließlich genug davon. Ontario war die erste kanadische Provinz, die die Haltung von Pitbulls verbat und sie „Zeitbomben“ wegen ihrer unberechenbaren Neigung, Menschen und Tiere auch unprovoziert anzugreifen, nannte.

Aber nicht jeder erwärmt sich für die Idee, eine Hunderasse, die gefährlich sein könnte, einfach auf Grund der Presse- und Fernsehnachrichten wie auch Vorurteile zu verbieten. Die Präsidentin des Golden Horseshoe American Pit Bull Terrier Clubs Sandra Always besitzt Pitbulls seit über 16 Jahre. Ihre Organisation, Dog Legislation Council of Canada, tritt aktiv gegen jedes auf bestimmte Hunderassen bezogene rechtliche Verbot auf. „Ein Hund braucht einen verantwortlichen Hundebesitzer unabhängig von der Rasse“, erzählte sie dem Sender CBC Radio. „Ein Hundebesitzer hat seinen Hund zu erziehen, zu halten und zu sozialisieren. Wenn nun diese Tiere verboten werden, was würde als nächstes kommen? Italien hat mit 13 Listenhunden gestartet, die Liste enthält jetzt mehr als 40 Rassen. Eben verbat man Welsh Corgis!“ Manche sind der Meinung, dass statt der Einführung eines Verbots von Pitbulls ihre Besitzer zur Zahlung einer Sondergebühr und einer besonderen Hundeerziehung zu verpflichten wären.

Die Meinung von Sandra Always teilt Dr. Norma Guy, Professorin für Tierverhalten im Atlantic Veterinary College in Charlotte. Guy sagt, dass das größte Problem, eine Rasse wie Pitbull zu verbieten, besteht darin, einen Hund eindeutig als Pitbull-Rasse zu identifizieren, was die Durchsetzung des Gesetzes schwierig, wenn gar nicht möglich macht. Das eigentliche Problem sind nicht Hunde, sagt sie, sondern ihre Besitzer, die verantwortungslos mit ihren Hunden umgehen. „Ich würde ein Gesetz unterstützen, das einen Hundebesitzer für seinen Hund als Eigentum haftbar machen würde“, sagt Guy. „Verbietet einem unverantwortlichen Hundebesitzer Pitbulls zu halten, legt er sich eine andere Rasse zu. Wir haben einzelne für die Hundehaltung Menschen zu stoppen.“ Guy glaubt, dass es viel zu einfach und bequem für Menschen gemacht ist, jeden Hund, insbesondere einen potenziell gefährlichen, besitzen zu dürfen.

Der Besitz eines gefährlichen Hundes kann am Ende zu schwierigen Rechts- und Finanzproblemen führen. Ein Mann in Calgary fand, dass seine Hausratversicherung gekündigt worden war, nachdem seine Versicherungsgesellschaft beschlossen hatte, sie würde es nicht mehr mit Menschen, die Pitbulls, Rottweiler, Deutsche Schäferhunde oder Dobermann halten, zu tun haben. Eine der größten Versicherungsgesellschaften in Nordamerika, Allstate, hat eine ähnliche Politik, die auch Mischlinge berücksichtigt, deren Blutlinien jede der oben erwähnten Rassen aufweisen. Solche Strategien sind in der Versicherungsbranche ein wachsender Trend.

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