Iditarod: Geschichte, Fakten und Gewinnerliste

Das Iditarod findet am ersten März-Samstag jedes Jahres seit 1973 statt. Mushing nennt man den Transport der Menschen oder Waren mit Hilfe von Hunden und der Lenker des Hundeschlittens wird als Musher bezeichnet. Das Hundeschlittenrennen besteht nicht nur darin, welcher Musher mit seinem Team von Hunden ans Ziel kommt, sondern stellt auch die Herausforderung der Naturkräfte im harten Alaska. Die Route erstreckt sich auf rund 1.100 Meilen von Anchorage bis nach Nome, das an der Westküste des Beringmeers liegt. Männer und Frauen unabhängig von ihrem Beruf konkurrieren in diesem aufreibenden Rennen. Es wird von Hunderten von Freiwilligen organisiert. Sie stellen die Verwaltung, Tierärzte Hundefutter und andere notwendigen Vorräte bereit. Das Iditarod hat weltweite Anerkennung und Interesse gefunden und wird von Filmteams und Journalisten aus vielen Ländern verfolgt.

Iditarod Trail: Name
❖ Das Rennen hat seinen Namen von dem Iditarod Trail, das im Jahr 1978 zu einem nationalen historischen Rennen wurde. Der Rennweg selbst ist nach der kleinen athabaskischen Stadt Iditarod genannt, das in einem Bergbaugebiet während des Goldrausches gegründet war. Am Ende wurde die Stadt von seinen Einwohnern verlassen. Der Name ist vermutlich von dem athabaskischen Wort „Haiditarod“ abgeleitet, das „abgelegener Ort“ bedeutet.

Geschichte


❖ Ursprünglich war dieser Weg als eine Post- und Versorgungsroute und später, während des Goldrausches, für den Transport von Gold verwendet worden. Güter und Menschen waren auf den von Hunden gezogenen Schlitten transportiert. Schneemobilen in den 1960er Jahren haben diese Beförderungsart fast überflüssig gemacht.

❖ Der Mushing-Sport war in der Wintersaison beliebt, in der die Bergbausiedlungen menschenleer wurden. Das erste Schlittenhunderennen von Alaska war das All Alaska Sweepstakes 1908, von „Scotty“ Alexander Allan organisiert, und wurde auf dem 408 Meilen langen Weg von Nome nach Candle und zurück nach Nome abgehalten. Dieses Ereignis förderte die Husky-Hundezucht in Alaska. Die norwegische Einwanderer, Leonhard Seppala, nahm an diesem Rennen teil und gewann in den Jahren 1915, 1916 und 1917, bis es im Jahr 1918 wegen des Ersten Weltkrieges eingestellt wurde.

❖ Im Jahr 1925 spielte Leonhard Seppala eine führende Rolle in dem bekannten Hundeschlittentransport von Serum nach Nome bei der Diphtherie-Epidemie. Der 20 Pfund schwerer zylindrischer Behälter mit Serum wurde zuerst mit dem Zug von Seward nach Nenana transportiert. Zwanzig Musher mit mehr als 150 Hunden machten sich von Nenana nach dem 674 Meilen entfernten Nome auf den Weg. Ihnen entgegen war Norweger Gunnar Kaasen mit seinem Leithund Balto entgegengekommen, übernahm das Serum und brachte es fünfeinhalb Tage später nach Nome. Die meisten Musher betrachten heutzutage Leonard Seppala und seinen Leithund Togo als wahre Helden des Serum-Transports, weil sie den gefährlichsten wie auch den längsten Abschnitt der Strecke (91 Meilen) in diesem Staffelrennen geschafft haben.

❖ Dorothy G. Page sponserte die Verlegung der 25 Meilen langen Strecke für das Schlittenhunderennen in der Nähe der Stadt Anchorage, bekam die Unterstützung von Joe Redington Sr. und ließ 1967 das Iditarod Trail Seppala Rennen Memorial errichten. Dies inspirierte Redington, ein Schlittenhunderennen mit der Strecke über 1.000 Meilen lang ins Leben zu rufen, und er gründete das, was jetzt als „Iditarod“ bekannt ist. Das Muster des Wettbewerbs wurde von dem All Alaska Sweepstakes übernommen. Das erste Iditarod fand 1973 statt. Redington wird heute als Vater des Iditarod angesehen und seine Hauptziele waren, die Schlittenhunde-Kultur zu retten und den Schwund von Alaskan Huskys (wegen ihrer Ersetzung durch Schneemobile) zu verhindern.

Iditarod-Strecke
❖ Die heutige Hauptroute mit der Distanz von 938 Meilen von Seward nach Nome wurde noch im Jahre 1908 von Walter Goodwin erschlossen und folgt mehr oder weniger der ursprünglichen Spur. Das Iditarod startet in Anchorage. Das Rennen wird auf zwei verschiedene Routen abhängig von geradem und ungeradem Jahr durchgeführt – der südlichen Route in geradem Jahr und der nördlichen Route in ungeradem Jahr. Die nördliche Route ist 1.112 Meilen und die südliche Route 1.131 Meilen lang. Die beiden Routen verzweigen sich 444 Meilen hinter Anchorage bei Ophir und laufen später bei Kaltag 441 Meilen weit von Nome zusammen. Auch wenn die Gesamtlänge des Rennens je nach benutzter Strecke variiert, beträgt die offizielle Streckenlänge 1049 Meilen zu Ehren von Alaska als dem 49. US-Staat.

❖ Entlang der Strecke sind viele Checkpoints angebracht, wo die Musher sich anmelden müssen. Sie haben die Möglichkeit, sich hier eine Pause einzulegen. Die Musher können vor dem Rennen die Verpflegung für sich und ihre Hunde an diesen Checkpoints ablegen. An den Checkpoints sind drei obligatorischen Pausen vorgesehen: eine 24 Stunden lange Rast an jedem beliebigen Kontrollpunkt, ein 8-Stunden-Stopp an jedem beliebigen Kontrollpunkt entlang des Yukon River und ein letzter 8-Stunden-Stopp am White Mountain.

Rennen
❖ Ein zeremonieller Start erfolgt am ersten Kontrollpunkt in Anchorage. Das Rennen begann an dem Mulcahy Park bis 1983 nach der Bandschneide-Zeremonie unter den Staatsflaggen der Teilnehmer statt. Die Reihenfolge, in der die Musher starten, entscheidet sich im voraus durch die Verlosung der Nummern. Der erste losgehende Musher ist ein Ehren-Musher, der in die Entwicklung des Mushing-Sports viel beigetragen hat. Die Musher starten mit dem Zeitabstand von zwei Minuten hintereinander. Dieser Teil des Rennens wird nicht in die Rennzeit einberechnet, so können die Musher diese Strecke entspannt zurücklegen, bis sie Eagle River erreichen. Dies ist ein offizieller Neustart-Checkpoint und die Rennzeit wird ab diesem Checkpoint berechnet. Der Neustart findet am nächsten Tag statt und die Musher fahren auf die gleiche Weise wie beim zeremoniellen Start los.

❖ Das Rennen für einen Teilnehmer ist beendet, wenn er das Ziel erreicht hat, als welches das Red „Fox“ Olson Trail Monument in Nome dient. An dem Denkmal stehen Worte „End of Iditarod Sled Dog Race“ (Ende des Iditarod Schlittenhunderennen) geschrieben. Allerdings dauert das Rennen, bis der letzte Musher die Ziellinie überquert. Eine „Red Lantern“ (rote Laterne) brennt an der Ziellinie bis zur Ankunft des letzten Wettbewerbers. Diese Tradition geht in die Vergangenheit zurück, als die roten Laternen an den Raststätten entlang der Hundeschlittenrouten den Mushern Kost und Erholung versprachen. Den letzte Musher am Ziel nennt man Red Lantern – „Rote Laterne“ und zeichnet mit einem symbolischen gleichnamigen Preis aus.

Teilnehmer
❖ Die Anwärter sollen mindestens an 3 kleineren Hundeschlittenrennen beteiligt haben, um sich zu qualifizieren, jedoch keine schriftlichen Nachweise darüber vorlegen. Doch im Falle von Tiermissbrauch oder -vernachlässigung oder wenn ein Musher für ungeeignet gehalten wird, behält sich das Komitee des Iditarod das Recht vor, das Team zu disqualifizieren. Die für das Rennen anfallenden Gesamtkosten für einen Musher summieren sich aus der Teilnahmegebühr, den Kosten für Ausstattung, Bekleidung, Hundefutter, Veterinär- und Rassenpflege und Geschirr für Hunde. Der Gesamtaufwand liegt bei USD 20.000 bis USD 100.000.

❖ Die weit verbreiteten Hunderassen für dieses Rennen sind Siberian Huskys und Alaskan Malamutes. Sie werden vor dem Rennen trainiert, körperliche Belastungen des Rennens zu bewältigen, unter harten Bedingungen zu laufen und auf grundlegende Kommandos zu gleich reagieren. Vor dem Rennen prüfen Tierärzte alle Hunde auf die Verwendung von Doping und auf Schwangerschaft und heilen gegebenenfalls Wunden. Während des Rennens werden die Hunde mit Hilfe von implantierten Mikrochips und Halsband-Tags verfolgt. Die Pfoten müssen mit Pfotenschuhen geschützt werden. Die Checkpoints bieten keine körperlichen Untersuchungen für Hunde, aber da helfen freiwillige Tierärzte aus. Jeder Musher muss ein Hunde-Checkbuch mit Angaben über die Hunde von seinem Team dabei haben, das durch die Tierärzte an jedem Kontrollpunkt überprüft wird. Ein Musher darf 12-16 Hunde in seinem Team behalten und keinen Hund mehr nach dem Start des Rennens dazu nehmen. In der abschließenden Etappe und am Ziel des Rennens in Nome müssen es mindestens sechs Hunde vor dem Schlitten gespannt sein. Verletzte Hunde können auf „dog-drop“ Stellen gelassen werden. Von diesen Stellen werden sie per Luft zu Hiland Berg Correctional Center an dem Eagle River gebracht, wo man sie bis zur Abholung behandelt und pflegt.

Auszeichnungen


PenAir Spirit of Alaska – Der ersten Musher, der den McGrath Kontrollpunkt erreicht hat, erhält eine „Spirit Mask“ und einen Kredit für Reisen und Frachtsendungen mittels PenAir.

GCI Dorothy G. Page Halfway Award – Der erste Musher, der den Kontrollpunkt auf halber Strecke erreicht hat, erhält den Preis zu Ehren der verstorbenen Dorothy Page. Er erhält eine Trophäe und $ 3000 in Gold-Nuggets.

Millennium Alaskan Hotel First Musher to the Yukon Award – Für den ersten Musher, der den Kontrollpunkt am Yukon River erreicht hat. Der Preis ist ein luxuriöses und teures Fünf-Gänge-Menü neben den auf dem goldenen Teller aufgetragenen 3.500 $ und einer Flasche Dom Perignon Champagner.

Bristol Bay Native Corporation Fish First Award – Für den ersten Musher, der Galena erreicht hat. Er erhält einen Scheck von $ 1.000, 25 Pfund von Bristol Bay-Lachs und eine Souvenir-Jacke.

Wells Fargo Gold Coast-Award – Für den ersten Musher, der Gold Coast erreicht hat.

Jerry Austin Rookie of the Year Award – Der beste Musher unter aktuellen Iditarod-Anfängern. Er erhält einen Pokal und einen Scheck über $ 1.500.

Horizon Linien Musher Award Most Improved – Für den Musher, der seine letzten Ergebnisse am meisten in aktuellen Rennen verbessert hat. Er erhält eine Trophäe zusammen mit $ 2.000.

Fairness-Award – Der Gewinner wird von den Musher-Kollegen gewählt und erhält eine Plakette und einen Scheck über $ 1.049.

ExxonMobil Musher Choice Award – Der meist inspirierte Musher im aktuellen Wettbewerb erhält eine limitierte Auflage der Iditarod Goldmünze (im Wert von $ 3.900) an einer Goldkette.

Alaska Airlines Leonhard Seppala Humanitarian Award – Ausgezeichnet wird der Musher, der die beste Hundepflege im Rennen gezeigt hat, mit einer Bleikristall-Tasse auf einem beleuchteten Holzsockel.

City of Nome Lolly Medley Golden Harness Award – Den Preis kriegt der beste Leithund, der von den Mushern gewählt wird, in Form eines gestickten goldfarbenen Geschirrs.

Wells Fargo Siegers Purse Award – Der erste Musher, der am Ziel war.

Anchorage Chrysler Dodge Official Truck Award – Der Sieger des Rennens erhält einen neuen Chrysler 4×4 Pickup-Truck.

Wells Fargo Red Lantern Award – Der letzte Musher am Ziel. Er erhält eine Trophäe in Form einer roten Laterne.

Northern Air Cargo Four-Wheeler Drawing – Einen neuen Allradantrieb-Geländewagen bekommt der Musher, der den richtigen Autoschlüssel unter vielen zieht und damit das Fahrzeug anlassen kann.

Liste der Gewinner

Jahr Musher Leithund
1973 Dick Wilmarths Nugget und Digger
1974 Carl Huntington Puppy und Sugar
1975 Emmitt Peters Nugget und Digger
1976 Gerald Riley Puppy und Sugar
1977 Rick Swenson Andy und Old Buddy
1978 Dick Mackey Skipper und Shrew
1979 Rick Swenson Quiz und Bowl
1980 Joe May Wilbur und Cora Gray
1981 Rick Swenson Andy und Slick
1982 Rick Swenson Andy
1983 Rick Mackey Preacher und Jody
1984 Dean Osmar Red und Bullet
1985 Libby Riddles Axle und Dugan
1986 Susan Butcher Granite und Mattie
1987 Susan Butcher Granite und Mattie
1988 Susan Butcher Granite und Tolstoi
1989 Joe Runyan Rambo und Ferlin
1990 Susan Butcher Sluggo und Lightning
1991 Rick Swenson Goose
1992 Martin Buser Tyrone und D2
1993 Jeff King Herbie und Kitty
1994 Martin Buser D2 und Dave
1995 Doug Swingley Vic und Elmer
1996 Jeff King Jake und Booster
1997 Martin Buser Blondie und Fearless
1998 Jeff King Red und Jenna
1999 Doug Swingley Stormy, Cola und Elmer
2000 Doug Swingley Stormy und Cola
2001 Doug Swingley Stormy und Peppy
2002 Martin Buser Bronson
2003 Robert Sørlie Tipp
2004 Mitch Seavey Tread
2005 Robert Sørlie
Sox und Blue
2006 Jeff King Salem und Bronte
2007 Lance Mackey Larry und Lippy
2008 Lance Mackey Larry und Hobo
2009 Lance Mackey Larry und Maple
2010 Lance Mackey Maple
2011 John Baker Socks und Blue
2012 Dallas Seavey Guinness und Diesel
2013 Mitch Seavey Tanner und Beef
2014 Dallas Seavey Beetle und Reef

Interessante Fakten
Der Neustart des Rennens kann angesichts schlechter Wetterbedingungen verlegt werden.

Vor jedem Rennen wird eine Versteigerung durchgeführt, wo der höchste Bieter auf einem der Hundeschlitten die ersten 11 Meilen des Rennens fahren darf.

Der Aufbau der heutigen Hundeschlitten enthält viele technische Elemente aus der Konstruktion der Fahrzeuge von Inupiaq- und Yup’ik-Stämmen, die an der Beringstraße sesshaft sind.

Die nördliche Route weist 26 Checkpoints, die südliche Route 27 auf.

Eine Feuerwehrsirene ertönt, wenn ein Musher den 2-Meilen-Punkt vor dem Ziel erreicht.

Doug Swingley war der erste Gewinner von Iditarod, der nicht von Alaska stammte.

Rick Swenson ist der einzige, der das Rennen 5 Mal gewonnen hat, sowie der einzige Gewinner in drei separaten Jahrzehnten.

Ursprünglich betrug die Rennzeit 20 Tage. Nun dauert es etwa 10 Tage.

Schlittenhunde verbrennen etwa 12.000 Kalorien pro Tag und können mit der Geschwindigkeit von 12 bis zu 20 Stundenmeilen Schlitten ziehen.

Der Hollywood-Film „Balto“ beruht auf einer wahren Begebenheit, als 1925 ein Musher und sein Leithund (Balto) die letzte Strecke überwunden und das Serum nach Nome gebracht hatten.

1978 war der Leithund von Rick Swenson nur eine Sekunde später am Ziel als der Leithund von Dick Mackey.

Dallas Seavey ist der mit 18 Jahren jüngste Musher, der jeweils am Iditarod teilgenommen hat. Dieses Rennen fand 2005 statt.

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