Irischer Wolfshund

Der nationale Hund von Irland ist eine der bekanntesten Rassen in der Welt, wahrscheinlich ein Nachkomme des erstmals auf ägyptischen Wandmalereien dargestellten Windhundes, der auch zur Familie der Windhunde gehört. Er wurde ursprünglich von den Kelten für die Jagd auf Wölfe und Elche gezüchtet und hatte einen Ruf als harter Wolfsjäger, der Wölfe angriff, sie am Genick fasste und sie schüttelte, als ob sie Ratten wären, bis ihr Hals brach. Die Irischen Wolfshunde begleiteten ständig ihre kriegerischen Herrchen in den Kriegszügen und zeigten dabei viel Tapferkeit. In der Tat beeindruckte ihr Mut die Römer dermaßen, dass der Hund im Bericht des römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar über den Gallischen Krieg im Jahre 391 n. Chr. im Brief des römischen Konsuls Quintus Aurelius Symmachus an seinen in England stationierten Bruder Flavianus erwähnt wurde. Bald darauf unterhielten die Hunde im Zirkus Maximus die Römer durch tödliche Hundekämpfe. Später, beim Zerfall des römischen Reiches, als die Kelten mit den römischen Herrschern nach Britannien flohen, kamen die Irischen Wolfshund mit ihnen auf die britischen Inseln und nach Irland.

Nachdem die Wölfe in Irland ausgerottet worden waren, fiel die Rasse in Ungnade, und ihre Populationszahl schrumpfte stark zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Sie wurde dank der engagierten Bemühungen vom schottischen Enthusiasten Capt. George Augustus Graham wiederbelebt. In den 1860er Jahren kreuzte er die wenigen noch lebenden Exemplare mit Deerhounds, Doggen, Barsois und einigen anderen Rassen. So entstand der Irish Wolfhound, wie wir ihn heute kennen.

Der Irish Wolfhound ist die höchste Hunderasse der Welt. Erwachsene Rüden sind in der Regel 81-89 cm am Widerrist hoch und 54-82 kg schwer, die Hündinnen jeweils 76-86 cm hoch und 48-64 kg. Die Ohren sind klein und können als „Rosenohren“ bezeichnet werden, die Schnauze ist lang und zugespitzt. Das Haarkleid ist rau und hart an Rumpf, Läufen und Kopf und besonders drahtig über den Augen und am Unterkiefer . Die Standardfarben sind grau, gestromt, rot, schwarz, reinweiß, rehbraun oder jede beim Deerhound vorkommende Farbe. Das Fell haart das ganze Jahr hindurch und erfordert wöchentliche Pflege. Diese Hunde sind schlank, anmutig und kraftvoll. Sie haben eine aufrechte, fast königliche Haltung und eine lange gut befederte Rute, die in einer geschwungenen Kurve nach oben gehalten wird.

Wie gigantisch und furchtgebietend der Irische Wolfshund einem gegenübersteht, so sanft und lieb ist dennoch sein Charakter. Der heutige Irisch Wolfshund ist ein sanftmütiger und treuer Riese, ein echter Familienhund, der sich gut mit Kindern und Hunden versteht. Ein Irish Wolfhound ist zwar wachsam, kann aber aufgrund seiner geringen Aggressivität nicht als Wachhund eingesetzt werden. Die Hunde sind sehr intelligent und können sehr leicht trainiert werden. Sie sollten durch positive Trainingsmethoden ausgebildet werden, weil es eine sensible Rasse ist, die jede raue Behandlung scheuen kann. Wie bei den meisten großen Rassen wachsen die Welpen ziemlich langsam auf und können ohne angemessene Sorge ziemlich destruktiv sein. Diesem Sachverhalt kann man gegensteuern, indem man sie in einen gut eingezäunten Garten herauslässt, wo sich die Welpen austoben können. Unter keinen Umständen dürfen die Hunde in öffentlichen Stellen von der Leine gelassen werden; abgesehen von eventuellen Unfällen kann die Jagd auf andere Tiere aufgenommen werden.

Die Lebenserwartung beträgt 6 – 8 Jahre, kann jedoch oft länger sein. Die Rasse ist leider für eine ganze Reihe von gesundheitlichen Problemen anfällig, vor allem Herzkrankheiten. Zu Störungen können Aufblähungen, Magendrehung, Krebs, Von-Willebrand-Krankheit, Schilddrüsenunterfunktion, Osteochondrose, Lebershunt, Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie, Megaösophagus, progressive Retina-Atrophie, fibrokartilaginöse Embolie und Krampfanfälle gehören.

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