Keeshond

Wenn Sie eine Weile das Gesicht eines Keeshonds betrachten, werden Sie feststellen, dass er gelegentlich im vorderen Bereich die Lefzen hochziehen und die Schneide- und Fangzähne entblößen kann. Obwohl es beängstigend aussieht, bringt der Hund auf diese Weise lediglich sein Glück zum Ausdruck! In Amerika hat es dem Hund den Spitznamen Smiling Dutchman eingebracht. Hat man den Keeshond einmal gesehen, wird man ihn nicht so schnell vergessen, weil die Rasse sowohl in der Erscheinung als auch im Wesen liebenswert ist. Lassen wir uns zuerst einen Blick in die Geschichte machen.
Der Keeshond gehört zur Familie der Spitze, die ursprünglich Wolfspitz genannt wurden, bevor man eine Namensänderung vornahm. Er ist auch unter dem Namen Dutch Barge Dog bekannt. Manche verwandtschaftlichen Beziehungen reichen unter anderem zu Chow-Chow, Pomeranian, Samojeden und Norwegischem Elchhund.

Es war eine beliebte Rasse in Holland im 17. und 18. Jahrhundert, als die Patrioten versuchten, den Prinzen von Oranien zu stürzen. Ihr Anführer, Cornelius de Gyselaer, besaß einen Hund namens Kees. Dies machte die Rasse unter den Volksmassen sehr berühmt. Als jedoch die Patrioten besiegt worden waren, töteten die Sieger viele Hunde dieser Rasse und das Bild von Kees tritt in den Schatten zurück. Nur die Hunde auf Booten und Bauernhöfen konnten überleben. Die Rasse wurde später von Baroness van Hardenbroek wiederbelebt und hatte in Europa Anerkennung wiedererlangt. In England wurden die Hunde von Frau Wingfield-Digby und in Amerika von Carl Hinderer eingeführt. Der Keeshond gewann langsam auch dort Popularität, und in den USA wurde der erste niederländische Keeshond Verein in den 1930er Jahren gegründet.

Aussehen


Diese mittelgroße Rasse ist 43-55 cm am Widerrist hoch und 16-25 kg schwer.

Körperliche Merkmale
Der Hund hat einen mittellangen Fang und abstehende Ohren, die sich dunkel von dem grauen Fell absetzen. Die Rute ist geschwungen über den Rücken gelegt. Der Hund sollte so hoch wie lang sein und insgesamt kompakt aber nicht allzu gedrungen wirken. Die Augen sind mandelförmig und dunkel gefärbt. Ein einzigartiges Merkmal des Hundes ist seine „Brille“ – ein dünner schwarzer Streifen verläuft von der äußeren Ecke jedes Auges zur inneren Ecke des Ohres ; daran kann man den Keeshond gleich erkennen.

Fell
Das Fell ist abstehend, mittellang und sehr dicht mit üppiger Unterwolle; charakteristisch sind Kragen, Mähne und ausgestellte Hosen an den Hinterläufen, Rüden haben eine üppigere Mähne an Hals, Brust und Schultern als Hündinnen. Die Fellfarben sind eine Kombination aus Creme, Grau und Schwarz, insgesamt graugewolkt mit heller Mähne und hellen Hosen. Die Mähne und der Schwanz haben einen helleren Farbton, die Schwanzspitze ist schwarz.

Temperament
Wenn Sie einen Hund wollen, der unabhängig ist und die meiste Zeit sich selbst beschäftigt, dann wird der Keeshond nicht die richtige Rasse für Sie. Es ist ein Hund, der seine Familie fast die ganze Zeit über braucht. Er ist total auf menschliche Gesellschaft orientiert, wofür er eigentlich als Begleithund gezüchtet wurde. Den Keeshond soll möglichst in alle Aktivitäten der Familie einbezogen werden.

Dieser Hund hat ein hervorragendes Wesen; er ist sehr süß, sehr liebevoll, freundlich, sozial, optimistisch und begeistert, liebt alle Menschen, Kinder wie Erwachsene. Seine liebevolle Art lässt ihn in der Therapie verwenden. Manche Unternehmen halten diese Hunde für Menschen, die stressige Arbeit tun.

Ein Hund wie dieser verlangt nach einer Beschäftigung, kann nicht allein längere Zeit bleiben. Das Alleinsein verwandelt ihn in einen Kläffer. Einige Keeshonds sind ängstlich von Geburt an und da kann frühe Sozialisation mit anderen Tieren und verschiedenen Menschen helfen.

Trainingsmethoden
Keeshonds sind intelligent und können ein wenig boshaft bei der Langweile sein, so soll man mit ihm verschiedene Aktivitäten versuchen, damit er nicht sich selbst Beschäftigungen einfallen läßt wie Erdlöcher graben, an allem knabbern oder unaufhörlich bellen. Die Ausbildung fällt ziemlich leicht, weil dieser Hund immer bestrebt ist, seinem Besitzer zu gefallen. Sie werden allerdings Geduld und viel Sanftmut brauchen. Wenn Ihr Hund keinen Befehl ausführen will, versuchen Sie es erneut. Der Hund ist dafür bekannt, dass er sich taub stellt, wenn er nicht gehorchen will.

Ernährung und Bewegungsbedürfniss


Erstellen Sie mit Hilfe eines Tierarztes einen Ernährungsplan für Ihren Keeshond. Der Hund soll auf keinen Fall überfüttert werden, weil diese Rasse zu Fettleibigkeit neigt, die weiterhin zu Gelenkproblemen und anderen gesundheitlichen Störungen führen kann.

Dies ist nicht eine hochaktive Rasse; „beruflich“ soll es ein Begleithund sein. Er findet wenig Interesse an irgendwelchen besonderen Aktivitäten wie Viehhüten, Schwimmen oder Apportieren. Ein flotter Spaziergang zweimal am Tag ist mehr als ausreichend.
Der Keeshond haart ziemlich intensiv. Zweimal im Jahr erfolgt der Fellwechsel, als das Tier eine neue Unterwolle bekommt. Währenddessen soll das Fell ein paar Mal pro Woche mit einer guten Bürste ausgebürstet werden. Sie können es auch schneiden, aber das ist nicht ratsam. Der Haarkleid schützt den Hund sowohl vor Hitze als auch vor Kälte und Verletzungen. Die Ohren brauchen eine besondere Aufmerksamkeit. Überprüfen Sie sie jede Woche für Abnormalitäten wie Trockenheit, Rötung usw. und reinigen Sie mit dem vom Tierarzt empfohlenen Ohrreiniger. Die Krallen sollen geschnitten und die Zähne geputzt werden.

Gesundheit
Eventuelle gesundheitliche Probleme der Rasse sind Hüftdysplasie, Allergien, progressive Retina-Atrophie (Augenprobleme), Diabetes, Krampfanfälle, Patellaluxation, Addison-Krankheit (Unterfunktion der Nebennierenrinde) und Von-Willebrand-Krankheit (Probleme bei der Blutgerinnung). Die Lebenserwartung beträgt 11 bis 15 Jahre.

Geeignete Unterkunft
Der Keeshond fühlt sich sowohl in einem großen Haus als auch in einer kleinen Wohnung wohl. In den alten Tagen lebten diese Hunde eigentlich auch auf Booten.

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