Russische Hunderassen

Die Begeisterung für russische Hunderassen boomt seit der Mitte der 1990er Jahre und ist heute eine attraktive Option für Hundeliebhaber auf der ganzen Welt. Die Züchter dieser Hunde finden immer mehr Anerkennung auf der internationalen Ebene. Mehrere russischen Hunderassen sind heute weit und breit bekannt.

Samojede

Der Samojede ist in der Regel eine ruhige Rasse und ein recht guter Wachhund. Er ist flauschig, weiß und hat eine große Zuneigung gegenüber seiner menschlichen Familie. Der Samojede ist eine über 1000 Jahre alte Arbeitshunderasse, die im heutigen Westsibirien entstand. Benannt wurde er nach dem Nomaden-Volk, bei dem er lebte, den Nenzen, bzw. Samojeden. Er war Wachhund, Jagdbegleiter sowie hütete Rentiere und zog Schlitten. Anders als andere Schlittenhunderassen wurde der Samojede als Familienmitglied angesehen und durfte sogar im Zelt übernachten, wo er als Bettwärmer diente. Im Durchschnitt liegt die Lebenserwartung dieser Rasse zwischen 12 und 16 Jahren, aber einige Hunde leben sogar länger. Sein Haarkleid ist üppig, dick, elastisch und dicht. Das Deckhaar enthält langes, grobes und glattes Haar und hält die Unterwolle relativ sauber. Der den meisten Hunden eigene „Hundegeruch“ fehlt dieser Rasse, was sie besonders geeignet für die Haltung im Haus macht.

Russischer Schwarzer Terrier

Die russische Rote Armee wollte in den 1940er Jahren einen Dienst- und Wachhund haben, der die Anlagen sowie die Grenzen gut bewachen konnte. So kam es, dass der Armeezwinger „Roter Stern“ einen eigenen Hund nach den Bedürfnissen der Armee unter Berücksichtigung des Zuchtprogramms sowjetischer Kynologen zu züchten begann. Im Grunde genommen ist es eine Kreuzung eines Rottweilers mit einem Moskau Retriever, einem Riesenschnauzer und einem Airedale. Es ist eine sehr seltene Rasse. Seine Lebenserwartung liegt zwischen 10 und 12 Jahren. Neben seiner gigantischen Größe und athletischen Fähigkeiten sieht dieser Hund auch hochintelligent, mutig und treu aus. Er ist schwarz, auch mit grauem Stichelhaar, dazwischen hartes, dichtes, etwas welliges Rauhhaar, das 5 bis 15 cm lang ist. An der oberen Lefze hat er einen rauen, bürstenähnlichen Schnurrbart, am Unterkiefer einen Bart. Die Augenbrauen sind rau und struppig. Die Ohren sind hoch angesetzt, über den Knorpeln hängend, klein und dreieckig. Das Fell ist schwarz, hellfarbig an den Läufen, und wasserdicht, die Rute ist kupiert und hochgerichtet.

Barsoi

Barsoi bedeutet „schnell“ in russischer Sprache, ein perfektes Wort für die Beschreibung dieser besonderen Rasse. Der Barsoi sieht groß und schlank aus. Es ist ein furchtloser und intelligenter Hund und ein ungemein guter Jäger. Die Hunde haben eine zärtliche Bindung zu Mitgliedern ihrer menschlichen Familie und versteht sich gut mit Kindern und Artgenossen. Der Barsoi ist in der Regel über die Arbeit und das Zusammensein mit seiner Familie begeistert. Seine Lebenserwartung liegt zwischen 10 und 12 Jahren. Eine intelligente Rasse gibt einen wunderbaren Arbeits- und Haushund ab. Sie kann auch als ein wunderschöner und mutiger Wachhund dienen. Die Widerristhöhe erreicht 85 cm. Der Barsoi ist sehr leistungsfähig und auch als russischer Wolfshund bekannt, weil er zur Jagd auf Wölfe verwendet wurde.

Südrussischer Schäferhund

Der südrussische Schäferhund kommt sehr selten außerhalb seines Heimatlandes vor. Das ist ein sehr mächtiger und muskulöser Hund. Er passt sich perfekt verschiedenen Wetter- und Temperaturbedingungen an, ist robust und zugleich schlank, mit einer massiven Knochenstruktur. Das Haar ist in der Regel von 10 bis 15 cm lang, grob, dick und weist die gleiche Länge an dem Kopf, der Brust, den Beinen und der Rute. Die reichliche Unterwolle ist ist optimal durch das Deckhaar abgeschirmt. Das Durchschnittsalter der Rasse beträgt 10 bis 12 Jahre. Sie zeichnet sich durch gute Gesundheit aus. Der Körperbau ist fast identisch mit dem der Wölfe mit nur geringen Unterschieden.

Kaukasischer Schäferhund

Auch als kaukasischer Ovcharka bekannt, ist dieser Hund eine intelligente, wenn auch hartnäckige Rasse. Er hat eine starke Knochenstruktur und einen muskulösen Körper. Das Fell ist kürzer bei Haushunden und länger bei Berghunden. Das Haar ist schlicht, grob mit stark entwickeltem hellerem Unterhaar. Die graue Farbe ist ein akzeptabler Show-Standard, aber insgesamt weist das Fell verschiedene, meist helle bis rostfarbene Töne, strohgelb, weiß, erdfarben, gestreift, aber auch gescheckt und getüpfelt auf. Die Ohren können manchmal kupiert werden, was jedoch von meisten wegen der Grausamkeit verworfen ist. Die Lebenserwartung liegt zwischen 10 und 12 Jahren. Der Hund ist für gesundheitliche Probleme wie Hüftdysplasie, Herzerkrankungen oder Übergewicht anfällig, die ihre Lebenserwartung verringern können. Diese Rasse kann aggressiv gegenüber Fremden sein und erfordert daher eine angemessene Ausbildung.

Moskauer Langhaariger Toy Terrier

Auch als Ruskiy Toy bekannt, stammt diese sehr kleine Rasse aus Russland. Sie wurde aufgrund der Blutlinie von English Toy Terrier gezüchtet. Es ist einer der kleinsten Hunde in der Welt mit einer Widerristhöhe bis 28 cm. Der Hund hat große Augen und dreieckige Ohren. Das Fell kommt in einer lang- sowie kurzhaarigen Varietät vor. Der erste Typ hat nur längere Haare in Form der Fransen an den Ohren. Die Fellfarben sind blau-tan, schwarz-tan, rot, braun-beige und zobel. Es ist eine aktive Rasse, die ein heiteres Gemüt besitzt. Sie ist sehr an ihre Familie gebunden. Ursprünglich wurden die Hunde als Rattler und Wachhunde verwendet, und letzteres gilt auch heute noch. Der Moskau Toy Terrier kläfft gerne. Die Hunde sind sehr anhänglich und schützend gegenüber ihrem Besitzer.

Russischer Spaniel

Eine kleine Hunderasse wurde in erster Linie zur Vogeljagd verwendet. Obwohl der Russische Spaniel dem Cocker Spaniel ähnelt, hat er einen etwas längeren Körper und ein kürzeres Haarkleid. Sein Fell ist seidig und dicht und etwas länger an den Ohren und Läufen. Die Fellfarben sind einfarbig, getüpfelt, schwarz-tan, gescheckt oder eine Mischung aus diesen. Die langen Ohren sind regelmäßig zu kontrollieren und zu reinigen. Die Rasse hat eine Menge Energie und eine fröhliche Natur. Sie gibt einen guten Wachhund ab und kommt mit Kindern wunderbar aus, weil sie eben ein Familienhund ist. Die durchschnittliche Lebenserwartung reicht bis zu 14 Jahren.

Zentralasiatischer Owtscharka

Das ist einer der beliebtesten Hunde in Russland. Er ist sehr leistungsfähig und seinem Besitzer ungeheuer treu. Die Widerristhöhe reicht bis 65 cm. Das Deckhaar ist kurz bis mittellang, die Unterwolle dicht. Die Fellfarben sind weiß, schwarz, grau, strohfarben, fuchsrot, braungrau, getigert, gescheckt und getüpfelt. Der Hund hat eine schwere Knochenstruktur und einen robusten Körperbau. Er wird auch als Volkodav, was Wolftöter bedeutet, wegen seiner Fähigkeit, dem Raubtier einen kurzen Prozess zu machen, bekannt. Neben der Treue und dem Schutzverhalten positioniert sich diese Rasse auch als unabhängig, willensstark, mutig und verantwortlich. Eine Hundeerfahrung ist für die Haltung dieser Rasse unverzichtbar. Das ständige Training kostet überdurchschnittlich viel Zeit. Die Hunde sind stark, dickköpfig und mögen nicht unbedingt alle Menschen. Ohne solides Training können sie aggressiv gegenüber Menschen und Hunden werden. Der Hund muss immer etwas zu tun haben und kann nicht untätig herumsitzen. Der Zentralasiatische Owtscharka ist ein ausgezeichneter Wach- und Schutzhund.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.