Zahnfleischerkrankungen bei Hunden

Parodontitis ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Hunden. Die Symptome dieser Krankheit treten üblicherweise im dritten Lebensjahr auf. Parodontalerkrankungen können in zwei Typen eingeteilt werden: Gingivitis und Parodontitis.
Plaque ist ein klebriger, farbloser Film, der Bakterien enthält und sich auf natürliche Art und Weise auf der Zahnoberfläche bildet. Besonders ausgeprägt ist seine Bildung am Zahnfleischrand, wenn sich die Nahrungspartikel mit Speichel und Mineralien vermischen. Plaque verwandelt sich in den Zahnstein. Dies führt zu Reizungen, Entzündungen und Blutungen des Zahnfleisches, was als Gingivitis bekannt ist. Wenn die Gingivitis unbehandelt bleibt, übergreift sie auf die Kieferknochen, infiziert die Zahnwurzeln, lockert Zähne und führt schließlich zu ihrem Ausfall. Diesem Zustand folgt die Erkrankung Parodontitis.

Zahnfleischerkrankungen wirken sich negativ auf die Gesundheit des Hundes aus. Er bekommt Probleme bei der Nahrungsaufnahme und mit der Verdauung. Es besteht auch ein Risiko, dass die Bakterien aus einem Zahn über den Blutfluss in andere Körperteile gelangen. Zahnfleischerkrankungen können zu Allergien, Eiterbildung und Gewebezerstörung in den Hohlräumen zwischen den Zähnen und Zahnfleisch führen. Wenn die Beschwerden nicht richtig und rechtzeitig behandelt werden, können die Folgen tödlich sein.

Stufen der Zahnfleischerkrankungen

Die Schwere einer Zahnfleischerkrankungen wird im Bereich von I bis IV eingeschätzt. Diese Stufen basieren auf verschiedenen Aspekten wie der Verteilung und Menge von Plaque und Zahnstein, der Auswertung der Röntgenaufnahme, dem Zustand des Zahnfleisches und so weiter.

  • Stufe I: Leicht entzündetes und geschwollenes Zahnfleisch mit einer dünnen Schicht aus weißem oder gelbem Plaque um die Zähne.
  • Stufe II: Das Zahnfleisch ist mehr entzündet als bei der Stufe I und blutet etwas.
  • Stufe III: Schwere Parodontose. Das Zahnfleisch bekommt kirschrote Farbe und blutet, auch wenn man darauf nur leicht drückt. Es werden pustulöser Abfluss und leichter bis mäßiger Knochenabbau beobachtet.
  • Stufe IV: Dies ist ein am weitesten fortgeschrittenes Stadium der Parodontose mit schwerem Knochenabbau. Es hat den Verlust von einigen oder allen Zähnen zu Folge.

Ursachen

  • Hunde sind für Zahnfleischerkrankungen unter Tieren besonders anfällig, weil sie durch den Mund zu atmen pflegen.
  • Die erhöhte Menge an Säure im Speichel kann ein Grund sein.
  • Die Anhäufung von Nahrungspartikeln oder Bakterien auf dem Zahnfleisch führt zu Plaquebildung, was ein ernstes Problem darstellt.
  • Plaque, Mineralien und Speichel bilden den Zahnstein, der die Reizung und Entzündung des Zahnfleischs herbeiführt.
  • Falsche Nahrung, die die Bildung der Zahnzwischenräume fördert, die ihrerseits die Vermehrung von Bakterien begünstigen.

Symptome

  • Das am häufigsten beobachtete Symptom ist Mundgeruch. Schlechter Atem wird auch als Halitosis bezeichnet.
  • Schwierigkeiten beim Kauen.
  • Die Farbe des Zahnfleisches ändert sich auf rot. Die Rötung wird bereits in der Anfangsphase beobachtet.
  • Das Zahnfleisch blutet leicht.
  • Die Zähne sind locker oder fallen aus.
  • Der Hund kann unter Darmstörungen oder einer Magenverstimmung wegen der Wirkung von schädlichen Bakterien leiden.
  • Der Hund reibt das Maul mit der Pfote oder gegen Boden bzw. Wand.
  • Es gibt eine abrupte Änderung im Verhalten des Hundes. Er ist nervös und deprimiert.

Um Zahnfleischerkrankungen zu vermeiden, sollen Sie dem Hund die Zähne regelmäßig putzen. Bringen Sie das Tier zum Tierarzt für regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen. Die richtige Ernährung spielt auch eine wichtige Rolle.

Diagnose und Behandlung

Zur Diagnosestellung  werden Röntgenaufnahmen gemacht. Dies ist wichtig, weil bis zu 60 Prozent Ursachen unter dem Zahnfleischsaum versteckt bleiben und mit bloßem Auge nicht entdeckt werden können. Bei der Behandlung geht es größtenteils um den Knochenwiederaufbau. Hier sind einige Behandlungsmethoden:

  • Zahnextraktion: Dies ist die am häufigsten verwendete Methode, vor allem, wenn die Zähne so stark geschädigt sind, dass sie nicht mehr gerettet werden können.
  • Skalierung und Wurzelglättung: In diesem Verfahren werden die Zähne von Plaque und Zahnstein gereinigt und skaliert, bis die Wurzeloberfläche sauber ist.
  • Mukogingivalchirurgie: Sie umfasst die Behandlung von anatomischen Abnormitäten und krankhaften Veränderungen der Gingiva (Zahnfleisch) und der Mukosa (Schleimhaut).
  • Lokale Antibiotika-Behandlung: Dies ist ein nicht-chirurgisches Verfahren. Hier wird Doxirobe Gel mit Doxycyclin (Antibiotikum zur Behandlung bakterieller Infektionen) vermischt und in periodontale Taschen eingespritzt.

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